11. Juni 2018: Auftaktveranstaltung zur Informationskampagne „Know Your Body“.

Foto: CHRISMASTO Photography

Gerade bei jungen Frauen halten sich hartnäckige Mythen und Missverständnisse rund um die Themen Menstruation, Verhütung und Schwangerschaft. Gemeinsam mit Bayer Austria haben wir daher eine maßgeschneiderte Aufklärungskampagne für junge Frauen gestartet. Am 11. Juni 2018 fand ein Informationsabend mit der Gynäkologin Dr. Eva Lehner-Rothe, an dem rund 50 junge Frauen teilnahmen, statt.

Die Fotos vom Abend: https://www.flickr.com/gp/99439443@N00/C2ATu5

 

INFORMATIONSKAMPAGNE FÜR JUNGE FRAUEN – IN DEREN SPRACHE, AUF DEREN KANÄLEN

Wie Mag. Daniela Lang, Business Unit Head Women’s and Men’s Health Care bei Bayer Austria, bereits in der Pressekonferenz am 24. Mai 2018 umrissen hat, war Information über Sexualität und Verhütung noch nie so leicht verfügbar wie heute. Aber gleichzeitig hatten es Falschinformationen, Gerüchte und Mythen in der Verbreitung noch nie so leicht wie jetzt. Deshalb wollen Bayer Austria und die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze einen Beitrag zur Verbesserung des Wissensstands leisten. Denn es ist den Organisationen ein Anliegen, dass insbesondere Frauen Entscheidungen auf Basis von wissenschaftlich fundierten und ausgewogenen Informationen treffen können.

Laut den Umfrageergebnissen des Verhütungsreports wünschen sich 72% der ÖsterreicherInnen mehr Informationen über Verhütung; über leicht verfügbare Kanäle wie Websites und Broschüren, aber auch über ärztliche Beratungsgespräche, die unverändert von größter Bedeutung sind.

„Wir vereinen beides mit unserer Kampagne, die wir gemeinsam mit Bayer Austria tragen. Als ersten Schritt haben wir uns vor Kurzem das junge Magazin ‚miss‘ ins Boot geholt. Über die Kanäle der ,missWorld‘ erreichen wir die jungen Frauen von heute auf direktem Weg und eröffnen ihnen eine seriöse Plattform, die richtige und wichtige Informationen bereitstellt und mit Mythen aufräumt“, erklärt Mag. Erika Sander, Generalsekretärin der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze, die Wahl eines jungen Mediums als Kooperationspartner.

Das Ziel dieser Aktion ist es, junge Frauen dazu zu animieren, sich zu trauen, solche Fragen auch ihren eigenen Ärzten ganz offen zu stellen. Gleichzeitig werden Themen wie die richtige Einnahme der Pille, die Wahl eines geeigneten Verhütungsmittels oder Notfallverhütung mit der Pille danach in informativen Artikeln und kurzen Videos fundiert und zielgruppengerecht für die Leserinnen aufbereitet.

 

HOHER BEDARF AN FUNDIERTER INFORMATION UND INDIVIDUELLER BERATUNG

Hier aufzuklären, war auch das Ziel des Informationsabends in den Räumlichkeiten der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze im ersten Wiener Gemeindebezirk. Am 11. Juni 2018 informierte Gynäkologin, Dr. Eva Lehner-Rothe rund 50 junge Frauen über die Themen Verhütung und Schwangerschaftsplanung.
Viele Teilnehmerinnen nutzten auch die Möglichkeit, im Anschluss in einem eigenen Raum unter vier Augen mit der Ärztin zu sprechen.

Ein deutliches Zeichen, wie groß der Wunsch nach gesicherter Information ist und wie wichtig es ist, jungen Frauen das notwendige Wissen zu vermitteln, um mündige Entscheidungen treffen zu können!

Dr. Lehner-Rothe: „Wir FrauenärztInnen sind gefordert, uns gerade mit jungen Frauen viel Zeit für Gespräche auf Augenhöhe zu nehmen und sie bei der Wahl des geeigneten Verhütungsmittels für die eigene Lebenssituation individuell zu beraten.“

Ergänzend ist für Lehner-Rothe auch der seriöse Einsatz neuer Medien sinnvoll, um junge Mädchen wirklich zu erreichen, denn „das Wissen, das sich die Mädchen früher in der Schule oder von ihren Müttern geholt haben, wird immer öfter auf Google und in schlecht recherchierten Onlineforen gesucht. Dieser Entwicklung müssen wir uns stellen und echte Alternativen anbieten“.

DER ÖSTERREICHISCHE VERHÜTUNGSREPORT

Die Fakten: In Österreich gibt es rund 1,6 Millionen fruchtbare Frauen. Laut Österreichischem Verhütungsreport 20151 verhüten fast drei Viertel der befragten Frauen. Bei Teenagern zwischen 16 und 20 Jahren liegt der Wert bei 69%, bei jungen Frauen zwischen 21 und 29 Jahren bei 83%. 64% der Frauen haben selbst die Verantwortung übernommen. Die häufigste Verhütungsmethode ist nach wie vor die Pille mit 38%, gefolgt von der Hormonspirale mit 8% und der Dreimonatsspritze mit 5%. Bei jungen Frauen ist diese Präferenz sogar noch deutlicher ausgeprägt. Immerhin 51% der 16-20-Jährigen bzw. 54% der 21-29-Jährigen vertrauen auf die Pille. Andere Verhütungsmethoden wie „Aufpassen“, Verhütungsring oder Verhütungspflaster sind in der Statistik weit abgeschlagen.

Als wichtigstes Kriterium für die Wahl der Verhütungsmethode gilt mit großem Abstand die Wirksamkeit, gefolgt von anderen Kriterien. Erst deutlich später kommt der Schutz vor Infektionen. Den Wunsch nach „Natürlichkeit“ äußerten immerhin 21% der Befragten des Verhütungsreports. Gleichzeitig gaben jedoch über 90% der Frauen an, mit den hormonellen Methoden „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“ zu sein.

Trotz der alltäglich gewordenen Verankerung von Verhütung im Leben der ÖsterreicherInnen hatte beinahe jede zweite Frau schon einmal die Befürchtung, ungewollt schwanger zu sein. Bei 31% war das einmal der Fall, bei 17% mehrmals. Auf die Frage nach der Prävention ungewollter Schwangerschaften kam – wenig überraschend und klar – „mehr Wissen“ als Antwort.

 

Foto: CHRISMASTO Photography

Einen Kommentar verfassen

Anmeldung zur Veranstaltung