Kulturfahrt Allegro Vivo am 25. August 2019

Ein Bericht von Lisa Winkler

 

Das Konzert „Ungarische Fantasie“ fand dieses Jahr im Großen Rittersaal der Burg Raabs statt, die zu den frühestens Steinburgen Österreichs zählt, erbaut vom 11. bis 13. Jahrhundert. Der Ort wurde erstmals 1100 genannt. Es entwickelte sich eine unmittelbar dem Deutschen Reich unterstellte Grafschaft, 1140 wird der Name Konrad als Herr von Raabs genannt.
Bei der Anreise ragt die Burg hoch auf dem Felsen auf, an der höchsten Felsspitze wurde die Kapelle gebaut. Auch diese Burg hatte im Laufe der Zeit wechselnde Besitzer, Albrecht I. von Österreich schenkte sie seinem Marschall Heinrich von Maissau, danach, 1385, übernahmen die Herren von Puchheim. Es erfolgte der Ausbau zu einem Schloss, das sich spätgotisch und renaissancezeitlich zeigt. Erhalten ist der Vorhof mit Renaissance-Pfeiler-Arkaden.
Auch an Dramen darf es nicht fehlen: Es wurde dort der Räuberhauptmann Grasel gesichtet und im 20. Jahrhundert ermordete der Schlossherr den Geliebten seiner Frau.

Der derzeitige Besitzer, Verleger Richard Pils, hat eine Bibliothek der Provinz eingerichtet, veranstaltet Musiksommer und ein jährliches Poetenfest.
Im Haupthaus befindet sich ein großer alter Rittersaal, in dem das wunderschöne Konzert stattfand, dargebracht von dem Trio Ekaterina Frolova, Violine, Peter Somodari, Cello, und Dorothy Khadem-Missagh, Klavier.
Zuerst erfreute uns das Trio mit Joseph Haydns „Zigeunertrio“, G-Dur in drei Sätzen, mit einem sehr temperamentvollen Rondo all’Ongarese als Abschluss. Danach folgte Franz Liszts „Tristia (de la Vallee d’Obermann)“, von den drei Künstlern unglaublich einfühlsam und aufwühlend gespielt. Zunächst zieht drohend das Unheil herauf, vielleicht wird es nicht schlimm, ins Lieblich-Traurige wechselnd, aber es zeigt sich keine Hoffnung. Übrig bleibt nur Resignation und Akzeptanz. Nach der Pause konnten wir uns Johannes Brahms‘ Klaviertrio Nr. 1 widmen, das uns verschiedene Stimmungen darbot, dramatisch, dann fröhlich, dann sogar melancholisch und letztendlich „allegro“.

Ein großes Kompliment ist den Musikern zu machen! Sie haben hervorragend gespielt! Es wundert nicht, dass jeder Einzelne bereits viele Wettbewerbe gewonnen hat und sie als Solisten mit verschiedenen Orchestern aufgetreten sind.

 

 

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