1. Praevenire Summer School zum Thema „Bewegung & Gesundheit“ in Seitenstetten

1. Praevenire Summer School zum Thema „Bewegung & Gesundheit“ in Seitenstetten

Wissenschaft hautnah erleben

Im Rahmen der Summer School, die gemeinsam von Praevenire und der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze organisiert wurde, erarbeiteten SchülerInnen des Stiftsgymnasiums Seitenstetten theoretisch und praktisch mit ExpertInnen aus den Bereichen Gesundheit und Sport Zusammenhänge zwischen Bewegung und Gesundheit.

Bis Wissenschaft in den Klassenzimmern ankommt, dauert es meist einige Jahre. Nicht so im Stiftsgymnasium Seitenstetten. Von Mittwoch, 22. bis Freitag, 24. Juni vermittelten österreichische WissenschafterInnen und SpitzensportlerInnen, wie etwa Dr. Christoph Huber (Co-Founder von BioNTech), DI Dr. Christa Wirthumer-Hoche (Leiterin der AGES Medizinmarktaufsicht), Dr. Beate Taylor (ehem. Schrott, Profisportlerin im Hürdenlauf, Doktorin der Humanmedizin) und Mirna Jukić (ehemalige Profischwimmerin), den teilnehmenden Jugendlichen spannendes und vielseitiges Wissen rund um die Themen Gesundheit und Bewegung.
An der ersten Praevenire Summer School haben 30 Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklassen, die sich dazu freiwillig angemeldet haben, teilgenommen.

Handlungsempfehlungen an die Politik

Anhand von vier Arbeitshypothesen zu den Themen: Ernährung, Lernen, Psyche und Entwicklung bekamen die SchülerInnen der Oberstufenklassen einen ersten Einblick in evidenzbasiertes wissenschaftliches Arbeiten. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse wurden am Abschlusstag der österreichischen Medienwelt vorgestellt. Zudem fließen die Erfahrungen und Ergebnisse der SchülerInnen als Handlungsempfehlungen für die Politik in das PRAEVENIRE Weißbuch ein.

 Anhand der Arbeitshypothese „Bewegung wirkt sich positiv auf das Gemüt aus“ unter der Leitung von Dr. Bernadette FRECH, Instahelp, stellte die Gruppe zum Thema „Bewegung und Psyche“ folgende Handlungsempfehlungen auf:

  • Einführung eines Unterrichtsfachs Resilienz nach dem Beispiel Englands
  • Einbau von Einheiten zu Bewegung und Regeneration in den Schulalltag
  • Etablierung von psychologischer Hilfe an Schulen

Die Gruppe „Bewegung und Entwicklung“ erarbeitete anhand der Arbeitshypothese „Regelmäßige Bewegung fördert geistige und körperliche Entwicklung“ unter der Leitung von Univ.-Lekt. Dr. Piero Lercher, MedUni Wien, folgende Handlungsempfehlungen:

  • Motivation zu Bewegung an und durch die Schule
  • Mehr Sport an Schulen – vor allem für Kinder und Jugendliche, die zu Hause wenig Möglichkeit dazu bekommen
  • Abwechslungsreicherer Sportunterricht und sportliche Freifächer
  • Vermittlung von Sporttheorie und den Auswirkungen von Bewegung auf den Organismus
  • Einführungs von Bewegungspausen

Klare Handlungsaufforderungen zu Veränderungen im Schulalltag kamen auch von der Gruppe „Bewegung und Ernährung“, die gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm, Präsident des Österreichischen Akademischen Institutes für Ernährungsmedizin, der Arbeitshypothese „Das Zusammenspiel von Bewegung und ausgewogener Ernährung gibt mehr Kraft und Energie für den Alltag“ nachgingen.

  • Verpflichtende Unterrichtseinheiten zu Gesundheit und Ernährung – in Verbindung mit Bewegung. Die Entwicklung eines eigenen gesunden Lifestyle als Ziel
  • Ausweitung von Schuluntersuchungen, um mögliche Erkrankungen, wie Hypercholesterinämie, vorzeitig zu erkennen und diesen gegenzusteuern
  • Attraktivere Gestaltung von Gesundheit – insbesondere Vergünstigung gesunder Produkte

Mag. Stefan Rosenauer vom Kutschera Institut erarbeitete mit seiner Gruppe „Bewegung und Lernen“ Handlungsempfehlungen ausgehend von der Arbeitshypothese „Bewegungseinheiten während des Lernens erhöhen die Merkfähigkeit“

  • Bewegung zu Schulbeginn
  • Ergonomische Klassenzimmer – Anpassung der Sitzmöglichkeiten
  • Konzentrationsfördernde Übungen im Unterricht
  • State-Management-Übungen vor Prüfungen


Stimmen über die PRAEVENIRE Summer School

Die PRAEVENIRE Summerschool war für alle Beteiligten eine ausgezeichnete Möglichkeit, Einblick in Gesundheitsberufe zu erhalten. Im Fokus der Schülerinnen und Schüler stand die Einbindung von Bewegung, Sport und Gesundheit in den Schulalltag. Ich wage zu behaupten, dass diese Möglichkeit von vielen dankend angenommen wurde. Die Beteiligten haben in Workshops und Vorträgen in direkter Nähe zu Expertinnen und Experten viele neue Interessante Dinge gelernt und ausgearbeitet, welche sie in Zukunft sicherlich weiter gebrauchen können.
Victoria Aichinger, Schulsprecherin Stiftsgymnasium Seitenstetten

Das Feedback der Schülerinnen und Schüler war sensationell. Vor allem die Möglichkeit, einmal unabhängig von den eigenen Lehrerinnen und Lehrern mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu arbeiten, hat sie durch die Bank begeistert. Wie nicht zuletzt auch die Organisation der Summer School; die vielen Arbeiten und unterschiedlichen Formate haben begeistert – Schule lebt durch Abwechslung.
Die Themen Gesundheit und Gesundheitsberufe sind nicht nur wichtig, sondern kommen vor allem bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Wie sich das für die Zukunft auswirken wird, kann man nicht einschätzen, aber allein schon die Möglichkeit, in einem ungezwungenen Rahmen darüber sprechen zu können, ist sehr wertvoll.
Mag. Markus Berger, Direktor Stiftsgymnasium Seitenstetten

Die Idee, Wissenschaft der Jugend zu vermitteln, beschäftigt uns sehr, da ja viele Informationen, die an Jugendliche herangetragen werden, nicht wissenschaftlich fundiert sind. Interessierte junge Menschen haben es nicht leicht, wissenschaftliche Erkenntnisse von Fake News zu unterscheiden. Wir haben aber auch gesehen, dass Jugendliche nur wenig über basale Mechanismen des Organismus und über Ernährungsparadigmen wissen – Themen, die sie aber interessieren. Jugendliche warten auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, die aber so präsentiert werden müssen, dass sie damit etwas anfangen können. Gemeinsam mit meiner Gruppe haben wir festgestellt, dass Ernährung Teil des Schulunterrichts werden sollte. Dazu braucht es aber Lehrerinnen und Lehrer, die in diesem Bereich wissenschaftlich gut ausgebildet sind.
Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm

Ich arbeite grundsätzlich gerne mit Kindern, sie sind begeistert und offen für Neues. Was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den drei Tagen selbst gespürt haben, war, wie positiv sich Bewegung auf das Lernen und den Schulalltag auswirkt. Natürlich wäre die tägliche Turnstunde optimal, aber schon verteilt über den Tag immer wieder Bewegung zu machen, würde viel bringen.
Dr. Beate Taylor

Ich möchte mich für die Ideen und Vorschläge bedanken, die mir bzw. uns die Schülerinnen und Schüler mitgegeben haben. Gerade bei jenen Themen, die den jungen Menschen wichtig sind, ist es unsere Pflicht als soziale Krankenversicherung, diese aufzugreifen und in Umsetzung zu bringen. Gesundheitsinformation und Gesundheitskompetenz sind stark von sozioökonomischen Faktoren abhängig. Statistiken zeigen durch die Bank, dass sozioökonomisch benachteiligte Personen auch weniger gesunde Lebensjahre verbringen. Daher ist es auch Aufgabe der Gesundheitskasse, Informationen zu Gesundheit, gesunder Ernährung und Bewegung möglichst niederschwellig an die gesamte Bevölkerung heranzutragen.
Andreas Huss, MBA, Obmann ÖGK

INITIATIVE „WISSENSCHAFT FÜR DIE JUGEND“

Seit seiner Entstehung ist eines der Kernanliegen des gemeinnützigen Vereins PRAEVENIRE, in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten, Kooperationspartnern und Stakeholdern die Gesundheit und Gesundheitsversorgung der Menschen in Österreich zu sichern, zu verbessern und fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Einen großen Schwerpunkt nehmen dabei das Thema Gesundheitskompetenz und die damit verbundene Vermittlung von Wissen über das Thema Gesundheit ein. Dazu veranstaltete der gemeinnützige Verein PRAEVENIRE im Rahmen der Initiative „Wissenschaft für die Jugend“ in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft vom Goldenen Kreuze und dem Stiftsgymnasium Seitenstetten die erste PRAEVENIRE Summer School. Das Modell der PRAEVENIRE Summer School soll künftig zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen an mehreren Standorten in ganz Österreich stattfinden.