06 März Gesundheitsnetz Goldenes Kreuz: Das war die Aktionswoche „Herzgesundheit“
Im Rahmen der Aktionswoche Herzgesundheit vom 16. bis 21. Februar 2026 wurde in 20 Partnerapotheken vom GESUNDHEITSNETZ GOLDENES KREUZ in Wien und Niederösterreich ein niederschwelliges Screening zur Überprüfung zentraler Herz-Kreislauf-Risikofaktoren angeboten.
Insgesamt 377 Personen nahmen an dieser Aktion teil!
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit über 34 Prozent aller Todesfälle die mit Abstand häufigste Todesursache in Österreich und sind für einen erheblichen Anteil der Krankheitslast verantwortlich. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel sind weit verbreitet und entwickeln sich häufig über lange Zeit ohne erkennbare Symptome. Gerade deshalb gelten sie als sogenannte „stille Killer“ und machen eine frühzeitige Vorsorge und regelmäßige Gesundheitschecks besonders wichtig.
Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen der Aktionswoche des Gesundheitsnetzes Goldenes Kreuz zum Thema Herzgesundheit ein niederschwelliges Screening-Angebot zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren umgesetzt. Insgesamt 377 Personen nahmen an den Screenings teil.
Ziel der Initiative war es, Prävention direkt in den Alltag der Menschen zu bringen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken.
Vorsorge oft „Frauensache“
Die Teilnehmenden waren mit 76,7 % überwiegend Frauen. Wie auch in nationalen Gesundheitsstudien zeigt sich somit, dass Frauen Vorsorgeangebote deutlich häufiger nutzen als Männer.
Das durchschnittliche Alter lag bei rund 50 Jahren. Mehr als die Hälfte der getesteten Personen (57,8 %) war über 50 Jahre alt – also jener Altersgruppe, in der das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich ansteigt.
Die Auswertung des Vorsorgeverhaltens ergibt, dass knapp die Hälfte der Teilnehmenden
(49,3 %) innerhalb der letzten zwölf Monate eine ärztliche Kontrolle in Anspruch genommen hat. Gleichzeitig gaben jedoch 23,1 % an, seit mehr als drei Jahren keinen Arztbesuch gehabt zu haben.
Risikofaktoren weit verbreitet
Die Screenings zeigen eine relevante Verbreitung zentraler Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über die Hälfte der Teilnehmenden (51,5 %) berichtete von einer familiären Vorbelastung, während 17,8 % Raucher:innen waren. Zudem wurde bei 47,7 % der teilnehmenden Personen Übergewicht festgestellt. Auffällige Blutdruckwerte wurden bei mehr als jeder/m Fünften (21,5%) gemessen, wobei diese besonders häufig in den höheren Altersgruppen auftraten.
Auch bei den Cholesterinwerten zeigte sich ein hoher Anteil an Risikokonstellationen:
Rund 26,6 % lagen im mittleren Risikobereich und 3,1 % im deutlich erhöhten Bereich.
Gleichzeitig befindet sich bereits etwa die Hälfte der Teilnehmenden in medikamentöser Dauerbehandlung, etwa wegen Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten oder Diabetes.
Die Analyse des kardiovaskulären Risiko-Scores zeigt eine klare altersabhängige Entwicklung: Während Personen unter 50 Jahren überwiegend ein niedriges Risiko aufweisen, steigt der Anteil an Personen mit hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in den höheren Altersgruppen deutlich an. Besonders in der Gruppe über 64 Jahre befindet sich ein großer Teil bereits im Hochrisikobereich.
„Stille Killer“: Unterschätzt und spät erkannt
Viele der festgestellten Risikofaktoren – insbesondere Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte – zählen zu den sogenannten „stillen Killern“, da sie über lange Zeit keine spürbaren Beschwerden verursachen und daher häufig unentdeckt bleiben. Gerade deshalb kommt regelmäßiger Vorsorge und frühzeitiger Diagnostik eine zentrale Bedeutung zu.
Zusätzlich zeigt die Auswertung, dass bei vielen Teilnehmenden mehrere Risikofaktoren gleichzeitig auftreten (Multimorbidität), etwa die Kombination aus erhöhtem Blutdruck, Übergewicht und erhöhten Cholesterinwerten. Diese Risikokombinationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich und unterstreichen die Bedeutung eines ganzheitlichen Präventionsansatzes.
Hervorzustreichen ist, dass bei 124 der getesteten Personen (33 %) eine weiterführende ärztliche Abklärung empfohlen wurde. Dies betraf 32 % der Frauen (93 Personen) und 36 % der Männer (32 Personen), was den hohen präventiven Nutzen des niederschwelligen Screening-Angebots unterstreicht.
Die Ergebnisse spiegeln damit auch die allgemeine epidemiologische Situation der Herz-Kreislauf-Gesundheit in Österreich wider: Risikofaktoren sind weit verbreitet, treten häufig gemeinsam auf und bleiben ohne gezielte Vorsorge oft lange unerkannt. Initiativen wie das Gesundheitsnetz Goldenes Kreuz leisten daher einen wichtigen Beitrag, um Menschen frühzeitig zu erreichen, Risikofaktoren sichtbar zu machen und Prävention, Gesundheitskompetenz sowie frühzeitige Intervention im Bereich der Herz-Kreislauf-Gesundheit nachhaltig zu stärken.