02 Jan. Schwerpunkt Frauen- und Männergesundheit
Frauen und Männer unterscheiden sich biologisch in vielerlei Hinsicht. Diese Unterschiede beeinflussen, wie Krankheiten entstehen, wie sie sich äußern und wie sie am wirksamsten behandelt werden können. Trotzdem werden beide Geschlechter viel zu oft über einen – meist männlich geprägten – Kamm geschoren. Grund genug, das Thema Frauen- und Männergesundheit sachlich und differenziert zu beleuchten.
Zu den Fakten: Frauen sind Männern, so könnte man meinen, gesundheitlich überlegen. Sie leben länger, gehen öfters zur Ärztin oder zum Arzt, und sind vorsorgebewusster. Aber sie sind nicht „gesünder“ oder „kränker“ – sondern einfach anders gesundheitlich einzuordnen.
Unterschiedliche biologische Dispositionen wie der Hormonhaushalt und der Stoffwechsel tragen dazu bei, dass Erkrankungen bei Frauen oft mit anderen Symptomen auftreten als bei Männern. Im Unterschied zu Männern haben Frauen häufig andere Erkrankungsrisiken und Krankheitsverläufe, ein anderes Gesundheitsverhalten und werden aufgrund von geschlechterstereotypen Zuschreibungen oft unzutreffend diagnostiziert.
Besonders deutlich wird das beim Herzinfarkt. Jahrzehntelang galt der männliche Verlauf mit stechenden Brustschmerzen als „klassisch“. Frauen hingegen zeigen häufiger unbekanntere Symptome wie Atemnot, Übelkeit, Rückenschmerzen oder massive Erschöpfung.
Die Folge: Herzinfarkte bei Frauen werden oft später erkannt, manchmal sogar fehlgedeutet – mit gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen.
Ähnlich sieht es in der Pharmakologie aus: Viele Medikamente wurden früher überwiegend an Männern getestet. Dadurch wissen wir heute erst allmählich, dass Dosierungen und Nebenwirkungen bei Frauen teilweise deutlich variieren. Frauen sind zudem häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen, während Männer bei Infektionen oft schwerere Verläufe zeigen. Auch bestimmte Tumorarten entwickeln sich unterschiedlich schnell oder sprechen unterschiedlich auf Therapien an.
Diese Fakten zu ignorieren, würde bedeuten, Patientinnen und Patienten nicht optimal zu versorgen. Deshalb treten wir für Bewusstseinsbildung auf diesem Gebiet ein und engagieren uns insbesondere im Rahmen unseres Schwerpunktes im 1. Quartal 2026 für wissenschaftlich fundierte Informationen zu den wichtigen Fragen.